Die Gesetze

DIE GESETZE

HANDEL

1.) Wer den Handel behindert, direkt oder indirekt, dem sei es anheim gestellt für seine Verfehlungen einen Wert in Höhe des 10-100-fachen dessen zu leisten, was er verhindert hat.
1.a) Damit sind alle jetzigen und fiktiven zukünftigen Ertragsverluste einzubeziehen und unabhängig seiner Stellung zu werten.
1.b) Desgleichen gilt für Verträge aller Art.
1.c) Wer einen Vertrag bricht oder sich nicht an die Vereinbarungen hält, die getroffen worden sind, fällt unter schwerste Strafen und er wird für vogelfrei erklärt.
1.d) Der Sultan kann als einzige Person Verträge jeglichen Umfanges ohne Zeugen abschließen (s.a. §6h). Solche Verträge haben einen besonderen Status, da ein Bruch eines solchen Vertrages eine Verfehlung gegen sämtliche Instanzen bedeutet.

VERTRÄGE

2.) Als Vertrag werden alle mündlichen und schriftlichen Vereinbarungen erachtet, die Handel in irgendeiner Form ermöglichen oder zulassen. Dabei ist der Vertrag auf der Grundlage von Leistung und Gegenleistung zu betrachten und entsprechend der Schrift oder der Rede zu erfüllen.
2.a) Damit ein mündlicher Vertrag seine Gültigkeit erlangt, ist die Anwesenheit eines unabhängigen Zeugen von Nöten. Dabei ist es üblich, die Formulierung, zum Zwecke der Nachvollziehbarkeit in drei einfachen Sätzen zu formulieren.
2.b) Unter die Wirksamkeit solcher Verträge fallen auch außerhalb des oder der Heimatländer der Beteiligten geschlossene Vereinbarungen.
2.c) Werden solche Verträge oder die Erfüllung solcher Verträge betreffende Vorgänge auf das Gebiet von Samarkand verlagert oder ist der oder die Beteiligte/n Bürger, Einwohner, Besucher, Händler, Unfreier, Gescheiterter und/oder Verurteilter, so wird eine Abgabe von 25% aus dem Ertrag dieses Vertrages fällig.
2.d) Es fallen unter die Regelungen dieses Gesetzes auch solche Abschlüsse, die nicht ausdrücklich als Vertrag, sondern mit synonymer Bezeichnung gebrauchte gleichartige oder ähnliche Inhalte und Ergebnisse in sich tragen.

STADTWACHENVERTRÄGE

3.) Zum Dienst in der Stadtwache verpflichtet sich, wer aufgrund §1 dazu verurteilt wurde oder Personen, die sich durch den Dienst an Samarkand auf den Grundzeitraum von 1 Jahr verpflichten. Dabei gilt die Zeit von Samarkand.
3.a) Ein einmal geschlossener Soldvertrag kann vor Ablauf der Zeit nur durch einen einstimmigen Ratsbeschluß wieder aufgehoben werden. Eine andere Möglichkeit zur Auflösung eines solchen Vertrages ist nicht möglich und keine, wie auch immer ansonsten gearteten Umstände ermöglichen eine vorzeitige Beendigung des Vertragsverhältnisses.
3.b) Ein verlassen des Landes Samarkand ist während der Vertragslaufzeit nur mit ausdrücklicher Genehmigung einer 2/3-Mehrheit des Rates oder auf direkten Befehl des Sultans möglich. Nach der Dienstzeit aufgrund eines Urteils oder freiwilliger Verpflichtung erlöschen sämtliche Ansprüche an den Unterzeichner. Alle Unbill, die ihm während der Laufzeit seines Vertrages zustößt kommt nach Ablauf des Vertrages voll zum tragen und die Vertragsprotektion erlischt.
3.c) Der Unterzeichner eines solchen Vertrages muß mindestens das 17. Lebensjahr vollendet haben und darf an keinen anderen Vertrag, egal welcher Natur gebunden sein.
3.d) Als Land Samarkand i.S. dieses Paragraphen gelten das Straßennetz und 2km um dieses Netz, alle Städte, alle Karawansereien, alle Oasen und alle Plätze an denen Handel getrieben wird.
3.e) Im Rahmen der Vollzugsbevollmächtigung der ihnen übertragenen Aufgaben, ist es den Stadtwachen erlaubt auch in eigenem Ermessen die ihnen vorgegebenen Grenzen zu überschreiten.
3.f) Nach Beendigung der Dienstzeit erhält der Unterzeichner 150 Kamele, ein Haus, ein Stück Land und die vollen Bürgerrechte.

GILDEN

4.) Jede Person, die zur Ausübung einer Tätigkeit oder als Vertreter eines Glaubens oder als Vertreter einer bestimmten Gruppe nach Samarkand reist, hat sich bei dem für sie zuständigen Ratsmitglied zu melden. Jede Zuwiderhandlung wird mit einer Ordnungsstrafe bedacht.
4.a) Die Verantwortlichkeit der Ratsmitglieder liegt in der Überwachung der Einhaltung der in Samarkand geltenden Verhaltensregeln und der Kontrolle der Personen oder Personengruppen, daß diese sich nicht in geschäftsschädigender oder nicht angebrachter Art und Weise verhalten.
4.b) In die Verantwortlichkeit dieses Paragraphen fallen auch alle Taten, die im Zustand nicht geistiger Klarheit begangen wurden.
4.c) Im Falle einer geistigen Beherrschung haftet die Person, die den Einfluß ausgeübt hat.

FREIHEIT

5.) In Samarkand fällt man, sobald man in das Land einreist, unter die Herrschaft des jeweiligen Sultans, der Scheiks und der Ratsmitglieder. Solange kein Vergehen vorliegt, daß eine Verletzung der örtlichen Gesetze darstellt, kann man sich frei bewegen. Höfliches Verhalten wird während der Zeit des Aufenthaltes gegenüber den Stadtwachen, den Ratsmitgliedern, den Scheiks und dem Sultan gegenüber vorausgesetzt. Dabei ist Anordnungen, die dieser Personenkreis erläßt, entsprechend Folge zu leisten. Zuwiderhandlung steht unter Strafe.
5.a) Die Freiheit endet, wenn durch die Gerichtsbarkeit eine entsprechende Strafe verhängt wurde.
5.b) Männer und Frauen aller Rassen genießen die gleichen Rechte und Pflichten.
5.c) Alle Heiratsversprechen, die im Namen oder gegen den Willen einer Person getroffen wurden sind nichtig. Eheschließungen können nach entsprechender Prüfung im Nachhinein für unwirksam erklärt werden.
5.d) Wer durch Drohung versucht die Freiheitsrechte oder die Entscheidungen von Mitgliedern des Rates, der Stadtwache, der Scheiks oder des Sultans oder deren direkter Vertreter zu beeinflussen oder versucht sich durch solcherart Drohung einen geschäftlichen Vorteil zu verschaffen, fällt unter die direkte Gerichtsbarkeit des Sultans.
5.e) Alle Rassen und Wesen sind gleich zu behandeln.

SULTAN

6.) Er ist der oberste Herrscher des Landes. Sein Wort ist Gesetz. Er wird von der Versammlung der Scheiks und des Rates in einfacher Abstimmung durch eine 2/3 – Mehrheit für den Zeitraum von 8 Jahren gewählt. Er ernennt und entläßt die Stadtwache und entscheidet bei Unklarheiten im Gesetz als oberste Instanz. Die Stadtwache ist ihm direkt unterstellt.
6.b) Er hat als einziger das Recht Todesurteile wieder aufzuheben oder Entscheidungen, die von anderer Seite getroffen wurden umzuwandeln.
6.c) Schadet der Sultan nachhaltig dem Land, so hat die Versammlung aus Scheiks und der Ratsmitglieder das Recht ihn abzusetzen.
6.d) Nach der Wahl hat er eine Bewährungszeit von 1 Jahr.
6.e) Nach jeder Amtszeit kann er wiedergewählt werden.
6.f) Stirbt der Sultan vor dem Ablauf seiner Amtszeit, so werden innerhalb einer Woche Neuwahlen angesetzt. Während der Zwischenzeit bestimmen die Ratsversammlung und die Scheiks über das Schicksal des Landes, mit allen Rechten und Pflichten des Sultans.
6.g) Wer die Hand gegen den Sultan erhebt oder den Sultan beleidigt, tut dies mit ganz Samarkand.
6.h) Das Wort des Sultans ist über jeden Zweifel erhaben.
6.i) Sollte ein Amt oder ein Ratsposten nicht besetzt sein, so fällt dieses Amt kommissarisch dem Sultan zu und er hat die vollen Rechte und Pflichten, die mit dem jeweiligen Posten verbunden sind.

STEUERN

7.) Ein jeder Bürger zahlt den 4. Teil einer jeden Einnahme an den Staat. Erstandene Sachwerte werden dabei nach ihrem Umrechnungsfaktor gewertet.
7.a) Ein jeder Einwohner zahlt den 3. Teil einer jeden Einnahme an den Staat. Erstandene Sachwerte werden dabei nach ihren Umrechnungsfaktoren gewertet.
7.b) Ein jeder Besucher zahlt pro Tag einen ihm angemessenen Betrag, der sich auf das Volumen seines Vermögens ausgelegt ist. Geschäfte sind ihm nicht erlaubt. Er erhält eine Aufenthaltserlaubnis für die Dauer seines Besuches, der maximal 1 Woche betragen kann.
7.c) Ein jeder Händler zahlt den 25 von Hundert Teilen seines Gewinnes an die Staatskasse. Er muß eine Handelserlaubnis für Samarkand für einen festgelegten Zeitraum besitzen.
7.d) Jeder Unfreie leistet durch seine Arbeit Beiträge für die Allgemeinheit bis zur Ableistung der ihm entstandenen Schuld.
7.e) Gescheiterte werden auf Lebenszeit zur Leistung ihrer Arbeitskraft verpflichtet, die in ihrer speziellen Befähigung liegt.
7.f) Verurteilte leisten ihre Schuld, durch den Erlös den ihr Körper und ihre Arbeitskraft durch einen einmaligen Verkauf einträgt. Dabei haben besondere Personen eine Vorkaufsoption.

KRIEGSRECHT

8.) Im Falle eines Angriffes oder eines größeren, bewaffneten Konfliktes durch oder seitens einer anderen Macht, hat der Sultan das Recht, das Kriegsrecht auszurufen. Das gibt jeder Person aus dem Rat umfassende Sonderrechte und dem Sultan, für die Dauer des Konfliktes absolute Macht.
8.a) Kriege oder größere bewaffnete Konflikte sind, auf dem Grund und Boden von Samarkand verboten.
8.b) Das Tragen von Waffen für Bürger, Einwohner, Besucher, und Händler, kann nur im Zusammenhang mit einer Waffenbesitzkarte erfolgen. Ansonsten ist die Waffe bei Einreise in das Land nicht zu benutzen.
8.c) Jeder Gescheiterte und jeder Unfreie wird bei Ausrufung des Kriegsrechtes automatisch, für den Zeitraum der Ausnahmesituation, Angehöriger der Stadtwache.

GERICHTSBARKEIT

9.) Die oberste Gerichtsbarkeit mit absolutem Veto hält der Sultan in Händen. Er ist als einziger dazu berechtigt, die Todesstrafe wieder aufzuheben.
9.a)Zur Durchsetzung von Recht und Ordnung ist die Stadtwache berechtigt. Ihrer Weisung ist Folge zu leisten.
9.b) Als Richter fungieren jeweils ein Kadi oder drei Scheiks oder 3 Ratsmitglieder, die per Los bestimmt werden. Sie sprechen Recht und verhängen Strafen, je nach schwere des Vergehens.
9.c) Eine noch nicht getroffene Entscheidung kann durch entsprechende Rechtsmittel beeinflusst werden. Jeder Angeklagte hat das Recht auf Anhörung.
9.d) Der Kadi hat die Möglichkeit das Recht zu deuten.
9.e) Bei Rechtsfragen ist er die Person, die Rechtsberatung durchführt.

STRAFEN

10.) Jeder Verurteilte bekommt nach seiner Verurteilung eine Strafe auferlegt, die er entweder selbst antritt, oder die er auf einen freiwilligen Vertreter übertragen kann. Bevor dieser Vertreter jedoch die Strafe antreten darf, wird dieser einer hochnotpeinlichen Befragung hinsichtlich seiner Freiwilligkeit unterzogen. Dazu muss er beim Ergründer der Geheimnisse vorstellig werden. Unter dessen Obliegenheiten fällt auch der Strafvollzug.
10.Zusatz:) Strafen festzulegen, oder die Bestrafung von Vergehen die hier nicht genannt sind, liegt im Ermessen des Gerichtes und unterliegt der Rechtsdeutung des Kadi oder des Sultans. Das Gericht kann völlig andere Strafmaße als die hier genannten festlegen, die je nach dem Einzelfall zu sehen sind.
10.a) Der Ergründer der Geheimnisse führt, im Falle abweichender Aussage die Befragung des Angeklagten durch. Sollte er nicht verfügbar sein, so wird diese Aufgabe von entsprechend befähigten anderen Personen durchgeführt.
10.b) Folter ist in Samarkand ein nicht gebräuchliches Mittel zur Wahrheitsfindung. Sollten Zweifel an der Ehrlichkeit eines Angeklagten bestehen, so wird er von entsprechend befähigten Personen verhört.