Conberichte

CONBERICHTE SAMARKAND

Samarkand I

Nach langer Zeit der Isolation entschloß sich der Sultan von Samarkand nach der letzten großen Katastrophe wieder einige seiner Getreuen auszusenden, um die Verstreuten Samarkandi wieder zusammenzuführen und zu sehen, was sich in der Welt so ereignet hat. Und so zogen sie los: Pervin, Bac’tosh, Bombur, Melina, Abu und alle Anderen. Sie zogen durch die Mittellande und begannen auch wieder Kontakte zur Außenwelt zu knüpfen. Auf die Einladung nach Samarkand erfolgte der erste Besuch von Außenstehenden seit Jahrtausenden……

……und endete in einer Kriegserklärung gegen Thalcea.

Und das kam so:
Der damalige thalceanische Großkanzler besuchte mit seinem Stab Samarkand und erhielt eine Audienz bei einem der Scheicks. Soweit verliefen die Gespräche eigentlich sehr erfolgreich und die erste Kontaktaufnahme schien sehr positiv zu sein. Aber kaum war die Audienz beendet, gab es erste Reibereien zwischen den Gesandten und samarkandischen Händlern. Die Thalceaner wollten mit Blattgold zahlen, ähnlich dem, wie es die samarkandischen Tänzerinnen zu tausenden an ihren Gürteln tragen. Diese Währung hatte in Samarkand keinen Wert. Und darüber kam es zu kleinen Differenzen.

Gesteigert wurde das Ganze dadurch, daß die Thalceaner Probleme mit verschiedenen Verordnungen hatten, unter anderem mit derjenigen, nachts zwischen 2:00 – 3:00 Uhr nicht auf die Straßen zu gehen. So kam es zu einer schicksalhaften Begegnung mit dem Leimsieder, der kurzerhand den Großkanzler Thalceas einsammelte in der ersten Nacht. Er wurde darauf sofort von den Samarkandi freigekauft.

Am nächsten Tag murrten nun die Gäste aus Thalcea und unterhielten sich in der Taverne darüber, daß sie den Leimsieder, der in Samarkand ja wohl ein mächtiger Mann sei, engagieren wollten, damit er dann die Samarkandi alle zu Leim verkocht und man dann das Land im Handstreich übernehmen könne.

Nun, man duldete diese Gäste noch bis zum Ablauf ihrer Besuchszeit. Als sie nun in ihr eigenes Land zurückgekehrt waren, Kam es zu einer Veröffentlichung in einem Pamphlet, in dem mitgeteilt wurde, daß alle Samarkandi Falschmünzer und Betrüger seinen und daß, wer in Thalcea mit samarkandischer Währung angetroffen werde, egal wer es sei, sofort hart bestraft würde.

Darauf erklärte Samarkand zum ersten Mal in seiner 10.000jährigen Geschichte einem anderen Reich den Krieg.

Nach kurzer Zeit verschwanden die Barone aus Thalcea und hinterließen nur verbrannte Erde.

Samarkand II

Tja, ein halbes Jahr nach diesen Ereignissen fing alles damit an, daß der Sultan eine Möglichkeit suchte, das ganze Jahr hindurch seine geliebten Eissorbets zu trinken. So lud er Herrn Winter, einen Eisavatar, nach Ildiz. Der Winter kam auch mit seinem geliebten Haustier. Allerdings überwarf er sich wohl mit seinem Eisbären. Der Eisbär floh und Herr Winter verlor seine Kräfte. Dadurch konnte er den von ihm beschworenen Winter nicht mehr vertreiben.
Da auch gerade einige Besucher auf der Durchreise anwesend waren, versuchten diese eine Versöhnung zwischen Herrn Winter und seinem Eisbären herbeizuführen. Allerdings wurde der Eisbär durch eine Aktion der Anwesenden erschreckt und flüchtete. Dabei riß er ein Dimensionsportal auf, das die Verfolger in eine merkwürdige Zeremonie führte. Mehrere Gestalten standen in einem Kreis um ein Buch und eine Statue und hielten einen merkwürdigen Singsang. Die Gestalten schienen bei näherer Untersuchung böse zu sein. Einer der Anwesenden, Graf Sieghard von Zaro, störte das Ritual und einer der Ritualteilnehmer zerfiel sofort zu Staub, das Buch und die Statue verschwanden.
Mit diesem Ereignis konnte niemand so recht etwas anfangen und man ging durch das Portal zurück. Am nächsten Morgen fand Graf Sieghard das Buch in seinen Armen. Er konnte plötzlich lesen, was in diesem Buch stand. Und alles, was er las wurde wahr. Eine Katastrophe jagte die nächste und die Situation wurde immer kritischer. Visionen von Tod und Vernichtung suchten die Anwesenden heim. Daß zwischendurch der Eisbär eine Sympathie zu Podolfo und Okrim, einem Oger aus Zahan Thaya, entwickelte, ging im Laufe der sich überstürzenden Ereignisse fast völlig verloren.

Plötzlich wurden die Gestalten, von denen im Buch berichtet wurde, lebendig und griffen, gemeinsam mit der lebendig gewordenen Statue, die Anwesenden massiert an. Da aber bereits ein Bannritual im Gange war und die Reihen der Ritualwachen, zwar unter großen Opfern, aber doch erfolgreich ihre Stellung verteidigen konnten, waren die Anwesenden schließlich siegreich.
Am nächsten Tag verschwand der Winter, da der Eisbär sich dazu entschloß, Okrim und Podolfo nach Zahan Thaya zu folgen.
Intermezzo:
Natürlich kam es auch hier zu einem Zwischenfall mit dem Leimsieder. Eines nachts, ¼ Stunde vor der dritten, sah sich Lady Celeste gezwungen den Ort aufzusuchen, zu dem auch Adlige zu Fuß hingehen. Okrim bot sich an, wegen der Gefahr, dem Leimsieder in die Hände zu laufen, Celeste und sich selbst unsichtbar zu machen, um so gefahrlos den Weg zurücklegen zu können. Und so gingen sie hinaus und begegneten natürlich prompt dem Leimsieder. Sie wurden nicht gesehen, aber eine Kleinigkeit hatte Okrim vergessen:…..seine Zigarre. Die Hilfeschreie lockten nur 5 Minuten später alle anderen vor die Zelte, um Celeste umgehend freizukaufen. Was allerdings vergessen wurde, war, daß es noch nicht die dritte Stunde war. Daher wurden diverse Gäste gefangengesetzt, konnten aber am nächsten Morgen wieder freigekauft werden.

Samarkand III

Die angehende Sultanin stand vor ihrer großen Prüfung. Sie mußte Leute anwerben, die für sie in dem großen Spiel stritten. Dieses Spiel diente dazu, die Qualität der Sultanin als erste Beraterin des Sultans zu zeigen. Und der Einladung folgten auch viele Leute und scharten sich um die Sultanin.
In dem Spiel ging es darum, für die Sultanin 40 Goldstücke zu erringen. Nach diversen aufreibenden Spielen und Herausforderungen war den Helden Erfolg beschieden und es konnte bei einem großen Festmahl der Erfolg gefeiert werden.

Samarkand IV

Auf dem Bazar, zu Ehren des Jahrestages der Ernennung der Sultanin, herrschte reges Treiben. Es waren zwar auch viele Gäste anwesend, aber sie gingen nur zögerlich auf das Angebot der Händler und Ausbilder ein; irgendetwas lag wohl in der Luft. Der Muhtasib, der Marktwächter, überwachte den Markt. Aber im Stillen sponn er seine eigenen Pläne. Er sammelte Magie von den Anwesenden und speicherte sie in vier Orbs. Als er schließlich der Meinung war, daß er genügend Magie gesammelt hatte, entzog er den Anwesenden auch noch die letzte Magie und öffnete ein Zeitportal. Er plante ein Experiment zu korrigieren, das in der Vergangenheit von Samarkand bereits einmal schief gegangen war. Er verkalkulierte sich aber in der Macht der anwesenden Magier und erhielt dadurch sehr viel mehr magische Energie als er eigentlich benötigt hätte. Dadurch entstand eine Art Sog, der alle Anwesenden mit zurück in die Vergangenheit riß.
In der Vergangenheit wurden die Anwesenden mit einer Situation konfrontiert, bei der sie mitten in einen Krieg hinein gerieten. Sie lernten einen Teil der Vergangenheit von Samarkand kennen, einen Teil, der von Kämpfern dominiert wurde, die kompromißlos gegen ihre Gegner vorgingen. Da einige Gäste den Ernst der Lage zu spät erkannten, verloren sie ihr Leben. Unter beständiger Bedrohung durch weitere Angriffe, übernahm der Söldnerführer Dragan das Kommando und Dank seiner umsichtigen Planung, hielten sich die weiteren Verluste in Grenzen. Die Magier waren unterdessen recht verzweifelt bemüht, eine Möglichkeit der Rückreise zu finden und Dank einer göttlichen Eingebung fanden sie den richtigen Weg, um ein weiteres Zeitportal zu öffnen. Aber als die gegnerische Seite feststellte, daß Magie ins Spiel kam, wurden die Angriffe heftiger und Welle folgte auf Welle. Schließlich, beeindruckt von der Gegenwehr und dem Mut, mit dem diese Versprengten kämpften, ließ man sich nach einem abschließenden Duell zu einem friedlichen Abkommen überreden.
Unter anderem wurde von den Zeitreisenden das Leimsieden als Möglichkeit eingeführt, die Toten zu „entsorgen“.
Aber auch der geöffnete Zeittunnel hatte seine Tücken und war sehr instabil. Nach vielen Irrungen und Windungen gelang aber schließlich doch die Rückreise. Um die Strapazen der Gäste zu mildern ließ der Sultan ein gewaltiges Festmahl auftragen, doch trotz der Feier entschlossen sich zwei der Gäste, noch während des Festmahles ein Duell auf Leben und Tod auszufechten, was mit dem Tod des scheinbaren Retters Dragon Lee endete. Äußerst verärgert über dieses respektlose Verhalten, bei dem fast alle anwesenden Gäste, einschließlich seiner ersten Frau, die Tafel verließen, um dem Spektakel zu folgen, aß der Sultan und einige wenige bis zu Ende und er verließ dann verärgert die Festtafel.
Am nächsten Morgen wurde auf einer außerordentlichen Ratssitzung ein verändertes Verhalten hinsichtlich zukünftiger Ereignisse solcher Art beschlossen.

Samarkand V

Folgendes erzäheln die Geschichtenerzähler über den gefährlichsten Gegner, den Samarkand jemals hatte, Belir Sa’aduc ibn Uzam, den 3-Tage-Sultan :
Vor einiger Zeit wurde in Samarkand ein Mensch geboren, der anders war als alle anderen, ohne daß man es sofort merkte. Er stand außerhalb der Wahrnehmung durch das Land. Weder der Sultan, noch irgend ein anderes Wesen konnte ihn, durch welche Mittel auch immer, überhaupt finden.
Bereits früh hatte er ein außergewöhnliches Talent und eine stille Sehnsucht nach Magie. So war es auch nicht ungewöhnlich als er mit 5 als damals jüngster Akolyth in den Orden der reinigenden Flamme aufgenommen wurde. Er erwies sich als äußerst gelehriger Schüler und verstand blitzschnell auch die komplexesten magischen Zusammenhänge. Eines Tages, im Alter von 10 Jahren, fand er einen Zugang zu einer vergessenen Bibliothek in den Mauern der Akademie. Hier hatten vor unsäglichen Zeiten Magier Werke eingemauert, die nicht für die Augen dieser Welt gedacht waren. Bücher, so dunkel und verdorben und voller komplexer grausamer Magie, daß niemand es damals wagte, auch nur eines davon anzufassen.
Und hier verbrachte er nun die nächsten 12 Jahre den größten Teil seiner Freizeit. Mit 25 vernichtete er in seinem ersten Magierduell, bei dem sämtliche Meister und Großmeister anwesend waren, die gesamte Akademie.
Es wurde nun eine große Suche organisiert, da diese Vernichtung den Magi der anderen Orden und Richtungen nicht verborgen blieb. Aber aufgrund seiner Fähigkeit, sich unbemerkt zu halten, verlief die Suche, auch nachdem der Sultan eingeschaltet worden war, erfolglos. Jetzt stellte man Überlegungen an, wie das sein könnte. Das Problem für eine Suche war auch, daß niemand mehr wußte, wie der Gesuchte überhaupt aussah oder hieß.

(10 Jahre später)

In dieser Zeit kam auf sehr merkwürdige Art und Weise ein sehr mächtiger Magus, Belir Sa’aduc ibn Uzam, an die Macht, der die Gunst der Stunde nutzte. Denn es war gerade wieder so weit, daß ein neuer Sultan gewählt werden sollte. Der Magus verstand es, die Wahl in einer Art und Weise zu beeinflussen, daß er zu den Auserwählten gehörte. Merkwürdigerweise zogen nach kurzer Zeit die anderen Bewerber ihren Anspruch auf die eine oder andere Art und Weise wieder zurück. Schließlich ging der Magus aus der Wahl als Sieger hervor.
Dies war natürlich der Akolyth von damals, der in der Möglichkeit Sultan zu werden eine Chance sah, ultimative Macht zu erhalten. Denn in dieser Bibliothek hatte er ein Manuskript entdeckt, welches von einer fremden Ebene stammte und eine Möglichkeit aufzeigte, ein Gott zu werden. Daran arbeitete er jetzt bereits seit 18 Jahren und seine Macht war bereits jetzt sehr groß. Aber ihm fehlten noch ein paar Details und Informationen, an die man als Sultan sehr viel einfacher gelangen konnte.

[ Was niemand wußte war, daß er fast alle Ratsmitglieder in seinem Sinne beeinflußte, so daß sie, bis auf wenige Ausnahmen, unter seiner Kontrolle standen und seinen Willen erfüllten. Sie ließen sich von seinen falschen Versprechungen, seinem Blendwerk korrumpieren und wählten ihn aus freien Stücken. Magische Beeinflussung hätte das Land sofort wahrgenommen, da auch die Ratsmitglieder in besonderer Verbindung mit dem Land stehen.]

Nun kam der Zeitpunkt an dem der auserwählte Prinz mit dem Land verbunden werden sollte. Im entscheidenden Moment schien aber das Ritual zu stocken. Es geschah etwas in der Geschichte Samarkands ungeheuerliches. Das Land lehnte den gewählten Bewerber ab. Zuerst schien es als verliefe alles normal, aber es kam bereits zu Problemen bei der Vorbereitung. Die Verbindung mit dem Land gestaltete sich äußerst schwierig.

[Das Land erkannte die Absicht des neuen „Sultans“, seine Macht dazu benutzen zu wollen, um das Land zu einem Stützpunkt seiner dunklen Machenschaften zu machen und sein Bestreben ein Gott zu werden. Daher lehnte es diesen neuen Herrscher ab. Eine Neuwahl wurde durchgeführt. Sultan Ibrahim ibn Omar kam an die Macht als neuer, starker Herrscher.]

Der Magus sah seine Pläne durchkreuzt und sann auf Rache. Er war so erbost, daß er den Großteil seiner Macht einsetzte, um gegen Samarkand vorzugehen. Bei einem hinterhältigen Angriff wurden die Mitglieder des Rates, die er vorher auf seine Seite gezogen hatte, in eine Falle gelockt und fast alle getötet, denn er glaubte sich durch sie verraten

[Das Land hatte sie deshalb nicht beschützt, weil viele sich von den Absichten des Bösen hatten blenden und verführen lassen. Damit hatten sie den Anspruch auf Neutralität verloren. Das Land überließ sie ihrem Schicksal.]

Der amtierende Sultan scharte daraufhin seine Leibwache um sich, rief die Truppen zusammen und ging gnadenlos gegen den Fast-Sultan vor, der bereits eine große Zahl von Anhängern durch seine Macht an sich gebunden hatte.
Die Schlacht zog sich drei Tage hin. Die Rädelsführer wurden nach einem kurzen aber äußerst heftigen Kampf, gestellt und besiegt. Nur der Magus drohte wieder zu entkommen. Aber machte den Fehler und wollte in seiner Rache den Sultan angreifen. Dadurch konnte der Sultan ihn wahrnehmen und mit einem mächtigen Spruch handlungsunfähig machen. In der darauffolgenden Gerichtsverhandlung wurde er zu der damals in Samarkand härtesten Strafe verurteilt – Zur Ewigkeit. Dabei handelte es sich um ein spezielles Gefängnis, das nur geschaffen worden war, um die gefährlichsten, heimtückischsten Verbrecher gefangen zu halten, die die damalige Zeit kannte. Die Lage dieses Gefängnisses kannten nur der Sultan und der Gefängniswächter. Zur damaligen Zeit war dies ein äußerst mächtiger Kriegermagus, der einst zur persönlichen Leibwache des Sultans gehört hatte, mit Namen Ben Umak. Er gründete eine besondere Wachtruppe, die Atamuni, die nichts anderes zu tun hatten, als die Zugänge zu diesem Gefängnis zu kontrollieren.
Nun wurde Belir in dieses Gefängnis gebracht, das im Fels einer Schlucht lag und sperrte ihn dort auf ewig ein. Doch in seinem unendlichen Haß sammelte er in den nächsten Jahren, mit unendlicher Anstrengung und Sprüchen von unendlicher Bösartigkeit, Kraft und Macht um sich zu befreien. Und nach 10 Jahren endlich formulierte er einen einzigen Spruch – und machte einen Fehler. Er, der mächtigste damals bekannte Magus in Samarkand ließ sich einen Bruchteil einer Sekunde ablenken.
Der Spruch jedoch wurde frei, zerstörte das Gefängnis und tötete alle, die in dem Gefängnis inhaftiert waren und auch den Gefängniswächter Ben Umak. Ein gewaltiges Erdbeben zerstörte große Teile der Felsformation. Doch für Belir war noch nicht alles verloren. Im letzten Moment seiner physischen Existenz gelang es ihm seinen Körper zu opfern und eine Geistform anzunehmen. Er blieb jedoch im Fels gebannt, da die Schutzsprüche nicht an Kraft verloren hatten. Und so blieb auch das Schloß intakt, welches das Gefängnis verschlossen hatte.
Der Sultan hörte von der Katastrophe, kam vorbei und überzeugte sich davon, daß keiner der Gefangenen der Katastrophe entkommen war.

Das Gefängnis geriet in Vergessenheit und kurze Zeit später wurde die Strafe – Die Ewigkeit ist nicht genug – endgültig abgesetzt.
Der Sohn des Wärters wurde größer und übernahm irgendwann die Aufgabe seines Vaters, weil er ihm bei der Arbeit schon öfter zugesehen hatte und so sein Andenken wahren wollte. Er gab diese Aufgabe an seinen Sohn und dieser wieder an seinen Sohn und immer so fort über mehrere Generationen hinweg. Die Söhne von Ben Umak vergaßen im Laufe der Zeit, weshalb sie ursprünglich hier waren und wurden zu Karawanenwächtern, die einen angenehmen Lagerplatz an der nahen Wasserstelle einrichteten. Die überlebenden Wachen wußten ja auch nicht, was sie hier eigentlich bewacht hatten und suchten Dienst bei den Söhnen Umaks. Sie bewachten von jetzt ab die Handelsstraßen der näheren Umgebung und sorgten mit für Sicherheit. Sie behielten ihre traditionellen Farben blau-schwarz.

Belir wartete. Unendlich lange Jahrhunderte wartete er auf eine Gelegenheit. Und hier war sie nun. Eine Gauklerin lehnte sich an eben jene Stelle, an der das Schloß war. Über lange Jahre, die er nun in der Geistform war, sammelte er Stückchen für Stückchen langsam Macht an. Seine Geduld war unendlich und sein Wahnsinn vertiefte sich von Tag zu Tag. Aber das änderte nichts an seiner Genialität. Jetzt kam dieses Wesen und er hatte genug Macht um seinen größten Trick zu versuchen. Er spürte, daß da auch noch andere waren und zog sie in die Wand hinein, mit dem letzten Rest seiner gesammelten Kraft, fest darauf vertrauend, daß die Natur des Menschen hilfsbereit und unvorsichtig ist. Er tarnte seine Aura und seine natürliche Fähigkeit schützte ihn vor Entdeckungszaubern.

An der Grenze zu Samarkand lagerten einige Besucher vor ihrer Weiterreise. Durch eine Unachtsamkeit der Anwesenden wurde ein alter Erbfeind Samarkands, auch bekannt als der 3-Tage-Sultan, befreit. Der 3-Tage-Sultan war jetzt wieder zurück auf dieser Welt in Samarkand und nur durch den Saft einer bestimmten, intelligenten Pflanze konnte man ihn kurzzeitig seiner Macht berauben.
Der 3-Tage-Sultan war wieder auf dem Weg zu seinem Ziel, die Göttlichkeit zu erlangen und begann wieder Anhänger um sich zu scharen. Er versuchte die Zeugen zu beseitigen, die nun von seiner Befreiung wussten und ihm damit gefährlich werden konnten. Durch ein besonnenes und tapferes Eingreifen und die massive Gegenwehr der Anwesenden, war es möglich, sowohl den Pflanzensaft zu gewinnen (leider ist die Pflanze dabei während eines Angriffs zu Tode gekommen), als auch die Truppen des Sultans zurückzuschlagen. Allerdings konnte man den Saft nicht auf den Sultan anwenden und so ging er den vorletzten Schritt zur Göttlichkeit.
Kurz darauf trafen die Truppen Samarkands ein, der 3-Tage-Sultan aber blieb verschwunden.

Samarkand VI

Die erste Madrasa (Akademie) Samarkands öffnete wieder ihre Pforten und Dozenten und Schülern, auch aus fremden Ländern wurde ermöglicht zu lernen und zu lehren.
Dragan wurde zu einem Ratsmitglied ernannt und Leiter der Akademie, Korman wurde zu einem Bürger Samarkands, Abu wurde vom Sultan vom Wirtschaftsminister zum Kadi ernannt und ein neuer Bibliothekar wurde eingesetzt. Der Rat bestand nur noch aus einer Notbesetzung, da mehrere Mitglieder des Rates als verschollen gelten und ihre Posten frei gestellt wurden.
Eines der Bücher der Akademie (die Agrippa von Samarkand II) wurde wieder aktiv und eine Vision kündigte das Kommen eines großen Unheils an. Die Vision zeigte den 3-Tage-Sultan, der die Hand nach der Kette der Sultanin ausstreckt.
Unter aller Heimlichkeit wurde dieses Buch an einen geheimen Platz verbracht.
Leider konnten auf der Akademie Diebstähle nicht verhindert werden und man entschloss sich in der Zukunft zu restriktiven Maßnahmen.
Ihren Abschluß fand die Akademie in einem gewaltigen Festmahl, das durch Pervin und Tecumseh angerichtet wurde.

Samarkand VII

In Samarkand herrscht Krieg. Der 3-Tage-Sultan kehrt mit einer gewaltigen Armee zurück aus Untoten, Verbrechern und den übelsten Wesen der Unterwelt zurück und griff Samarkand an. Die Verteidigung wurde sofort organisiert.

Hier muß nun etwas ausgeholt werden. Auf Samarkand II gab es die Agrippa, die in der Lage war, das wahr werden zu lassen, was aus ihr vorgelesen wurde. Unteranderem kündigte sie am Ende das Kommen eines mächtigen Herrschers an, der die Grundfesten Samarkands erschüttern würde.
Da die Ereignisse voraus gesehen wurden, suchte die Sultanin (Samarkand III) geeignete Personen, die in der Lage waren, gegen die nun drohende Gefahr zu bestehen.
Auf Samarkand IV wurden nun sämtliche Leute mit in die Vergangenheit gerissen und hier war es auch, wo die Sultanin ihre Kette verlor, die Kette, die sie in die Lage versetzte, gegen alle Versuchungen zu widerstehen.
Nur ein kleiner Rest war geblieben und nach und nach wurden die Aufenthaltsorte von verschiedenen Kettenteilen bekannt. Doch viele blieben in der Zeit verschollen (Samarkand V). Zum ersten Mal tauchte aber auch der große Widersacher auf, der in der Lage war, Samarkand nachhaltig zu schädigen: Der 3-Tage-Sultan. Ein Wesen außerordentlicher Macht, welches am Ende eines langen Kampfes fast seine Göttlichkeit erreicht hat. Nur noch durch die Kette kann es vernichtet werden.
Auf Samarkand VI kam es nun zu einer Vision, die zeigte, was das Ziel des 3-Tage-Sultans war: Die Kette zu erlangen um so absolute Macht zu erhalten.

Und nun waren nur noch drei Glieder der Kette zu erlangen. An einem einsamen Fort fanden sich die Sultanin, ihr geheimnisvoller Leibwächter, Dragan, Podolfo, Sieghard und viele andere ein, da sich an dieser Stelle eine Entscheidung anbahnen sollte und hier sich die letzten Kettenglieder befinden sollten. In aller Heimlichkeit waren die Personen an diesen Ort gereist, doch konnten sie ihren Aufenthaltsort nicht lange geheim halten. Die ersten Truppen des Gegners hatten die Gruppe bald aufgespürt und begannen den Wald unsicher zu machen. Der größte Schock wurde dadurch ausgelöst, dass der 3-Tage-Sultan plötzlich gesehen wurde. Im Verlaufe der Ereignisse gelang es den Anwesenden alle Kettenglieder bis auf eines zu erringen. Um wirklich eine Fingerbreite verfehlte man das Ziel eines Sieges und es stand plötzlich so, dass jede der Parteien gleich viele Glieder der Kette in Besitz hatte.
Um das Land nicht noch tiefer in einen aufreibenden Krieg zu stürzen, schlug der Sultan dem 3-Tage-Sultan vor, sich in der bevorstehenden Wahl zu stellen und das Schicksal entscheiden zu lassen. Nach harten Verhandlungen ging der 3-Tage-Sultan darauf ein.